Kinderpflege

KinderpflegeBeim Thema Pflege wird in den Medien verstärkt das Thema Altenpflege behandelt. Gelegentlich kommt es zur Erwähnung des temporären Pflegebedarfs von Erwachsenen, beispielsweise nach einem Unfall oder einer schweren Erkrankung. Oft wird übersehen, dass auch Kinder und Jugendliche teils seit der Geburt unter einer Pflegebedürftigkeit leiden, die sich als komplexere Herausforderung gegenüber der Pflege von Erwachsenen gestaltet. Verschiedene Berufsverbände machen sich seither für eine besondere Ausbildung von Pflegekräften stark, um altersgerecht mit dem Thema Pflege umzugehen und Kindern wie Eltern wirklich weiterzuhelfen.

Was die Kinderpflege so besonders macht

Kinder bringen in jeder Altersstufe einen Pflegebedarf mit, der sich in vielen Grundzügen von der Erwachsenen- oder Altenpflege unterscheidet. Zum einen befinden sich Kinder noch im körperlichen und geistigen Wachstum, mit der richtigen Förderung kann sich die individuelle Pflegesituation daher verbessern. Zum anderen sind Kinder gerade in frühen Lebensjahren kaum in der Lage, die Situation gänzlich zu erfassen und zu verarbeiten. Und welcher Erwachsene möchte einschätzen, was bei einem Kind im Rollstuhl vor sich geht, wenn es den anderen Kindern auf dem Spielplatz nur zusehen kann?

Der Pflegebedarf kann sich im Laufe der Jahre verlieren und beispielsweise die Folge einer verlangsamten Entwicklung oder eines Unfalls sein. Doch auch in späteren Jahren werden pflegebedürftige Kinder einiges zu bewältigen haben, wie beispielsweise den verzögerten Start in die körperliche und geistige Selbstständigkeit. Eine sorgsame und bewusste Pflege, die auf allen Ebenen Kindern und Jugendlichen gerecht wird, erleichtert diesen Umgang und setzt mehr als bei Erwachsenen Feingefühl und Einblicke in die kindliche Seele voraus.

Die Pflegesituation von Kindern in Deutschland

Was die Pflege von Kindern anbelangt, ist eine Kombination aus Zeit, Vertrauen und größtmöglichem Fachwissen notwendig. Dies wird im Rahmen des Berufsbild der Kinderkrankenpflegerin bzw. des Kinderkrankenpflegers zumindest auf dem Papier zugesichert. In der Praxis gestaltet sich die Versorgungssituation anders, beispielsweise in ländlichen Regionen oder aufgrund einer großen Nachfrage an spezialisierten Pflegekräften.

Die Pflege von Kindern wird vielerorts auf mehrere Schultern verteilt. Spezialisierte Kinderkrankenpfleger und die Eltern nehmen hierbei die Hauptrolle ein. Doch auch klassische Pflegekräfte, die nicht zwangsläufig die geeigneten Qualifikationen aufweisen, werden aus Zeit- oder Kostengründen für die Pflege von Kindern beauftragt. Ein Kompromiss, der in einem starken Sozialstaat wie Deutschland eigentlich nicht eingegangen werden sollte.

Gezielte Weiterbildung oder generalisierter Pflege?

Die Politik hat Missstände in der Pflegesituation in Deutschland erkannt und eine Neuordnung der Ausbildung von Pflegekräften angekündigt. Voraussichtlich soll dabei das Berufsbild des Kinderkrankenpflegers und des Altenpflegers erhalten bleiben. Ab 2019 sollen jedoch neue Ausbildungsgänge hinzukommen. Politisch ist noch nichts beschlossen, allerdings könnte der Weg zu einer generalisierten Ausbildung führen, der zur Pflege sämtlicher Personengruppen inklusive Kindern berechtigt.

Verschiedene Verbände und Branchenangehörige stehen einer solchen Variante kritisch gegenüber und machen sich unter allen Umständen für den Erhalt der eigenständigen Kinderkrankenpflege stark. Institutionen wie die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie und weitere Fachverbände sprechen den hohen Grad der Spezialisierung an, der für eine adäquate Kinderpflege notwendig ist. Diesem nachzukommen, dürfte in einem System mit einer rein generalisierten Ausbildung zum Problem werden.

Die Pflegesituation als Eltern meistern

Auch wenn die politische Entscheidung über Ausbildung und Weiterentwicklung des Pflegeberufs nicht eingeschätzt werden kann – den Eltern fällt unter allen Umständen eine existenziell wichtige Rolle zu. Die Pflege von Kindern sollte nie als reine Aufgabe der qualifizierten Kinderkrankenpfleger verstanden werden, der eigene Einsatz sollte sich nicht auf die Beantragung finanzieller Pflegemittel begrenzen. So schwer es je nach Krankheit und Lebenssituation fallen mag, sollte die Kinderpflege ernstgenommen werden. Hierbei mag die eigene Qualifikation nicht der einer Fachkraft entsprechen, der Wille zum Hinzulernen in der alltäglichen Praxis sollte jedoch eine Selbstverständlichkeit sein. Echte Nähe und Liebe können dem pflegebedürftigen Kind ohnehin nur durch die Eltern gegeben werden.

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