Häusliche Ganztagspflege

häusliche GanztagspflegeWas ist häusliche Ganztagspflege?

Sorgsam ist hier aus abrechnungstechnischen Gründen zu unterscheiden, ob es sich um die pflegerische und hauswirtschaftliche Versorgung pflegebedürftiger Personen in ihren eigenen Räumlichkeiten, also außerhalb von teil- oder vollstationären Pflegeheimen, oder lediglich um häusliche Krankenpflege handelt.

Die häusliche Ganztagspflege wird einerseits von professionellen Betreuern und Pflegekräften, andererseits von pflegenden Angehörigen oder auch von anderen Menschen ohne pflegerisches Examen aus dem Umfeld der betroffenen Person geleistet.
Die häusliche Krankenpflege jedoch ist eine zeitlich begrenzte Leistung, die die Krankenversicherung bezahlt, wonach die Person im Sinne der Pflegeversicherung nicht pflegebedürftig zu sein braucht.

Die häusliche Ganztagspflege im gewohnten Umfeld betrifft generell pflegebedürftige Personen, die nicht zur stationären Pflege in ein Heim aufgenommen werden möchten. Sie dient dazu, den hilfsbedürftigen Menschen ihre Eigenständigkeit und Lebensqualität in ihrer vertrauten Umgebung so lange wie möglich zu bewahren. Falls die Angehörigen zum Beispiel berufstätig sind, oder aus anderen Gründen das pflegebedürftige Familienmitglied nicht mit der notwendigen Betreuung versehen können, kommen häufig private Pflegedienste zum Einsatz. Ist die Ganztagspflege in den Räumlichkeiten des Betroffenen erforderlich, so können die Leistungen der Sozialhilfe oder Pflegeversicherung, im Gegensatz zur häuslichen Krankenpflege, in Anspruch genommen werden, wobei mindestens eine Pflegebedürftigkeit von sechs Monaten vorliegen muss.

Wie erhalten Sie die häusliche Ganztagspflege?

Wenn Sie diese Leistungen in Anspruch nehmen möchten, müssen Sie Ihre Pflegebedürftigkeit von Ihrer Pflegekasse feststellen lassen. Sie selbst oder auch eine von Ihnen autorisierte Person können diesen Antrag stellen. Sobald Ihr Ersuchen bei der Pflegekasse vorliegt, schlägt diese Ihnen einen Termin zur Begutachtung vor. Diese Begutachtungen umfassen Tests hinsichtlich Ihrer Wahrnehmungs- und Bewegungsfähigkeiten. Nach dem am 1. Januar 2016 in Kraft getretenen „Zweiten Pflegestärkungsgesetz“ erhalten übrigens alle pflegebedürftigen Personen gleichberechtigt den Zugang zu Leistungen innerhalb der Pflegeversicherung, wobei es nicht mehr darauf ankommt, ob sie an körperlichen oder psychischen Einschränkungen leiden. Dabei wird noch der Grad der Pflegebedürftigkeit durch Pflegestufen definiert, die ab 2017 in sogenannte „Pflegegrade“ umbenannt werden. Je nach der Höhe der festgestellten Pflegestufe ergibt sich Ihr Anspruch auf Pflegeleistungen bis zu einer gewissen Erstattungsfähigkeit der Kosten. Die begutachtende Person empfiehlt dann der Pflegekasse die Einstufung in die betreffende Pflegestufe und berät sie auch dahingehend, ob die Pflege von privaten Pflegepersonen oder durch einen ambulanten Pflegedienst vorgenommen werden sollte.

Wie wird die Bezahlung geregelt?

Sie erhalten, sofern Sie als pflegebedürftig anerkannt werden, sowohl Pflegegeld als auch sogenannte „Pflegesachleistungen“. Diese beiden Aufwendungsarten können Sie zusätzlich mit der Verhinderungs- oder Tagespflege ergänzen. Die Pflegeversicherung finanziert Ihnen die Grundpflege sowie die hauswirtschaftliche Betreuung. Diese umfasst die Übernahme aller Tätigkeiten des täglichen Lebens wie zum Beispiel Körperpflege, Mobilität und Ernährung. Falls Sie sich durch Angehörige, Bekannte oder nicht ausgebildete Personen wie beispielsweise Betreuungskräfte aus dem Ausland pflegen lassen möchten, dann erhalten Sie das sogenannte Pflegegeld, dessen Höhe von Ihrer Pflegestufe abhängig ist. Leistungsberechtigt sind Sie jedoch nur dann, wenn Sie über die Verwendung des Geldes auch selbst entscheiden dürfen. Den Betrag können Sie dann derjenigen Person, die Sie pflegt, als Aufwandsentschädigung zukommen lassen. Ab dem 1. Januar 2017 wird darüber hinaus auch eine gravierende Verbesserung der sozialen Absicherung von pflegenden Familienangehörigen wirksam werden.

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