Mehrgenerationenhäuser

MehrgenerationenhäuserUnsere Gesellschaft befindet sich im Umbruch. Der Stellenwert von Familie und Familienverbund schwindet. Die Zahl der Kindergeburten nimmt ab, während der prozentuale Anteil der Singles in unserer Gesellschaft steigt. Viele Menschen sehnen sich heute nach einem Leben mit traditionellem Werte-Kanon. Mehrgenerationenhäuser haben sich zu wichtigen Begegnungszentren für Generationen übergreifendes Miteinander entwickelt. Der Mehrgenerationen-Ansatz ist wesentliches Merkmal und Triebfeder für ein neu gelebtes Miteinander in den Kommunen. Jüngere Mitmenschen helfen Älteren. Aber auch umgekehrt, denn Lebenserfahrungswissen bereichert das Zusammenfinden der Generationen.

Zwei Mehrgenerationenhaus-Modelle gilt es an dieser Stelle zu differenzieren. Da ist zum einen der offene Treffpunkt als kommunaler Begegnungsort für Menschen jeden Alters. Den entscheidenden Schritt weiter geht die Haus- und Wohngemeinschaft in Form eines gelebten Mehrgenerationen-Wohnens. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit dieser Wohnform. Sie beruht auf einer Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren und Jugend (BMFSFJ).

450 Häuser für generationenübergreifendes Leben

Jedes Projekt „Mehrgenerationenhaus“ entwickelt sich in seiner Kommune oder Region, orientiert am Bedarf. In der Regel legen gemeinsam planende Personen oder Interessengruppen die Basis. Die Beispiele aus den deutschen Regionen sind vielfältig. So kann eine bereits existierende Wohngemeinschaft, eine Glaubensgemeinschaft oder andere Initiativ-Gruppe die „Initialzündung“ für ein Mehrgenerationenhaus in einer Kommune herbeiführen. Die am Generationen-Projekt Interessierten – Akteure, potenzielle und künftige Bewohner, Architekten – lernen sich oft erst in der Planungsphase kennMehrgenerationenhäuseren. Als Bauträger treten sowohl gewerbliche Anbieter als auch private Selbstnutzer auf.

In Abgrenzung von Senioren-Wohngemeinschaften bietet das Mehrgenerationenhaus abgeschlossene Wohneinheiten für die beteiligten Familien und Einzelpersonen, auf die künftige Hausbewohner vor Baubeginn Einfluss nehmen können. Die im Wohnkomplex eingebundenen Generationen offerieren wechselseitig Dienstleistungen zu lebensvitalen Themen wie Kinder- und Senioren-Betreuung oder Haushaltsführung. Fester Bestandteil sind Gemeinschaftsräume für alle Hausbewohner. Dort finden gemeinsame Feste statt, oder gemeinsame Entscheidungen für anstehende Investitionen werden dort getroffen. Auch ein gemeinsam genutzter Garten ist integraler Bestandteil.

Viele der projektierten Mehrgenerationenhäuser werden zwar von einem Kreis gemeinsam Planender auf den Weg gebracht, sie stehen der Einbeziehung zum Projekt passender, weiterer Personen häufig offen gegenüber. Kommunale Stellen im Rathaus wie auch die Bauträger dienen als Anlaufstellen für Interessierte am Wohnen im Mehrgenerationenhaus. Im Jahr 2012 startete das BMFSFJ mit seinem Aktionsprogramm 2012-2016 „Mehrgenerationenhäuser II“, in dem 450 teilnehmende Häuser in enger Abstimmung mit der jeweiligen Kommune am Standort individuelle Lösungen für Menschen entwickeln. Vier thematische Schwerpunkte hat sich das Ministerium für sein Aktionsprogramm auf die Fahnen geschrieben:

  • Alter und Pflege
  • Freiwilliges Engagement
  • Integration und Bildung
  • Angebot und Vermittlung haushaltsnaher Dienstleistungen.

Anschub-Finanzierung für die Startphase

Im Rahmen des Aktionsprogramms „Mehrgenerationshäuser II“ erhielt und erhält jedes der zirka 450 Häuser über eine Spanne von drei Jahren einen jährlichen Zuschuss vom Bundesministerium in Höhe von 30.000 Euro. Weitere 10.000 Euro werden von der jeweiligen Standort-Kommune beigesteuert. Ein Vier-Partner-Programm soll die Entwicklung und nachhaltige Einbindung in die Infrastruktur fördern. Häuser und ihre Bewohner erhalten Beratung zu finanziellen, inhaltlichen und strukturellen Themenstellungen. Die „Service-Agentur“ berät bei der Programm-Umsetzung. Hinzu kommen unterstützende „Öffentlichkeitsarbeit“ sowie die „Servicestelle Förderung“ für die Klärung förderrechtlicher Fragen. Nach der eigentlichen Förderphase sind die einzelnen Häuser gehalten, sich durch die Erbringung von werthaltigen Dienstleistungen und durch Sponsoren-Zuwendungen selbst zu finanzieren.

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